Immer nochDorfrundgang....


...noch Förthof !!

In den ersten Kirchenbüchern nach 1648 wird die Familie nur noch "Förtmeier" genannt. Im Jahre 1626 tritt uns erstmals urkundlich "Jacob Tüting" als Besitzer des Förthofes entgegen. Diese Urkunde ist heute noch auf dem Förthofe aus jener Zeit erhalten, als die "Lachtorps", "Lachtrups" oder "Lachtrops" auf der Stätte Nr. 29 anfingen, für die Kinder des Dorfes zu schulmeistern. Aus dieser Urkunde erfahren wir, daß Jacob Tütink, mit "k" am Schluß geschrieben, damals auf dem "Stemmer Vörde" eine Schäferei unterhielt. Er lieh trotz der bösen Kriegszeiten dem Johann Hoyer "am Thoren tho Stemmer wohnhafftig" die damals gewaltige Summe von 5 Talern.........

 

                                  Alte Kornbrennerei

 

.....auch für die neue Geschichte des Dorfes hat der Förthof eine besondere Rolle in der Gemeinde gespielt. Lange Jahre hindurch hat die Schnaps-"Brennerei", die 1904 als bäuerliche Genossenschaft gegründet und später von der Firma Strothmann (Minden) übernommen wurde, als Steuerquelle für die Gemeinde eine große Rolle gespielt. 
Aus"Country"- Neueröffnung / Reiten, Jagd, Hund...:  "1923 begann die Vergrößerung der Genossenschafts-Brennerei in Stemmer. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde in wesentlichen inneren und äußeren Bestandteilen baulich verändert. Die Brennerei wurde zu einem zentralen Mittelpunkt der Region . Bauern und Landwirte belieferten die Firma Strothmann mit Rohstoffen. Weizen, der in dieser Region angebaut wurde, stellte den Hauptbestandteil für den bekannten "Stemmer Weizen" da. 1999 ging ging ein Stück Stemmeraner Geschichte zu Ende. Die Kornbrennerei Strothmann in Stemmer wurde geschlossen."
Hier entstand nun in zweijähriger Umbauzeit unter dem Begriff  "Die Alte Kornbrennerei Strothmann" ein Anlaufpunkt insbes. für Reit- u. Jagdbedarf mit der Eröffnung im Nov. 2001. Ab 11.09. 2008 dann mit der Neueröffnung "Reiterwelt" , welche inzwischen allerdings auch geschlossen ist. Wie es weitergeht ist derzeit offen...
MT vom 16.11.2013 Copyright Mindener Tageblatt / MT-Online

Sportlich und funktional
 

Fachgeschäft für Forstbekleidung in Minden-Stemmer eröffnet

 
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Am gestrigen Freitag hat die Firma Forstbekleidung Schmidt einen Fachmarkt in Minden-Stemmer eröffnet. Foto: pr

 

Minden-Stemmer (ott). Funktionelle Bekleidung für Jäger, Outdoor-Profis, Landwirte und Naturfreunde ist das Metier von Forstbekleidung Schmidt. Am gestrigen Freitag hat das Unternehmen einen weiteren Fachmarkt an der Südfelder Straße 84 (ehemalige Kornbrennerei) eröffnet.

Auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche erweist sich der Fachmarkt über die skizzierten Themen hinaus als starker Partner für die Themen Trachtenmode und Hundezubehör. Selbst für den Nachwuchs wird ein breites Angebot an sportlicher Kleidung bereitgehalten. Viel Wert legt das vor 15 Jahren gegründete Unternehmen auf ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis sowie auf die Qualität der Produkte. Entsprechend gehören Marken wie Fjäll Räven, Deerhunter, Farmland oder Univers zum Sortiment des Fachmarktes.

Einen Schwerpunkt bildet die große Profi-Auswahl für Jäger und Forstwirte, die mit Kleidung von der Thermo-, Signal- und Tarnjacke bis hin zur reißfesten Jagdhose oder bequemen Jagdschuhen bedient werden. Komfortable Loden-Jagdkleidung, mücken- und zeckengeschützte Funktionskleidung sowie Spezialmodelle für die Winterjagd sind ebenfalls zu haben.

Die vor 15 Jahren eröffnete Firma Forstbekleidung Schmidt hat ihr Logistikzentrum in Kreuztal-Kredenbach und betreibt neben dem neuen Markt in Minden-Stemmer zwei weitere Fachmärkte. Über den Verkauf vor Ort hinaus werden monatlich Kataloge und Sonderprospekte an interessierte Kunden versandt. Schließlich sind Bestellungen im Internet-Shop unter der Kennung www.forstbekleidungschmidt.de möglich.

Die Besitzungen des Förthofes auf dem Nordholz wurden vielfach an Baulandsuchende zur Besiedlung abgegeben. Bei Rodungsarbeiten und der folgenden Urbarmachung der waldigen Geländestreifen wurden zahlreiche frühgeschichtliche Funde........gemacht.

....Im Jahre 1678 ließ der Große Kurfürst in den neuen Landesteilen alle Höfe vermessen, um Abgaben und Pflichten der Bauern festzulegen. Obwohl der Förthofbesitzer nur 39 Morgen Besitz angab, legte die Vermessung 73,5 Morgen fest...................

MT vom 22.11.2014 Copyright Mindener Tageblatt / MT-Online

Alte Stemmer Furt

(mt/GB). Der Heimatverein Friedewalde lädt am Samstag, 5. März, zum Schnatgang ein. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der Heimatstube Friedewalde, Friedewalder Straße 24. Es geht von dort zur urkundlich erwähnten alten Stemmer Furt; dort wird ein Fachwerkhaus mit Diele, Nebengebäuden, Wirtschaftsbereichen und Ställen, vielen als „der Förthof“ bekannt, besichtigt.

Das bäuerliche Anwesen kann bis etwa 1570 zurückverfolgt werden. Heute gehören die Gebäude mit insgesamt rund 9000 Kubikmeter umbautem Raum der Baugemeinschaft Mehrgenerationenhof Förthof, die es zu Wohnzwecken umgestaltet. Deren Vertreter Manfred Raker und Architekt Wolfgang Riesner werden die Führung übernehmen.

MT  vom 09.03.2016 Copyright Mindener Tageblatt / MT.de

 

 

Unweit des Förthofes trifft man östlich im Bereich "Weg nach Petershagen / Zum Klei" auf das alte Tonloch:

 

Fotos: Holger Weber  (how): Am alten Tonloch...



und nun wie am Anfang bereits erwähnt etwas zu den 
"Stemmer Sandbauern"

Stemmer ist nicht auf Sand gebaut, aber früher teilweise davon umzingelt!

„Sandbauernweg“ und „An den Stemmer Sandgruben“ erinnern an Zeiten vor über hundert Jahren /

Vor 50 Jahren faste Heinrich Langenkämper seine Erinnerungen zu den Sandbauern in schriftliche Form

(Foto: Holger Weber – how)

Von Holger Weber (how)

Minden-Stemmer:  Im „ Streifzug durch Stemmers Geschichte“ beschäftigte sich anlässlich des Jubiläums der „Volksschule“ im Jahre 1961 Lehrer Fritz Weißmann (+) u.a. auch mit den Sandvorkommen in Stemmer.  „An der Grenze zur Stadt Minden - also im Süden von Stemmer – finden wir unter der Lößschicht weißen Sand, der einigen Kleinbauern bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts (also bis Ende 1800…?) guten Verdienst brachte. Der Sand wurde als Streusand für die Wohnstuben verkauft. Bis weit in das Bückeburger Land hinein fuhren die Sandwagenfuhrleute und „pingelten“ ihren Sand aus, der Scheffelweise abgegeben wurde. Später wurde der Sand auch von den Glasfabriken aufgekauft…“so Weißmann.

Noch intensiver befasste sich vor 50 Jahren Heinrich Langenkämper, Minden, Stiftsallee 118  (+1975) mit den Sandvorkommen im Bereich Minderheide und dessen Randgebieten Maulbeerkamp, Weingarten und Holzhausen /Lüchten.  1963 widmete er allen noch Lebenden Sandbauern so wie den Nachkommen der verstorbenen Sandbauern eine kleine Broschüre. Auf über 20 Seiten berichtet er  von den „Sandbauern (Sandfuhrleuten)“, ihren Mannen und Frauen, soweit deren Tätigkeit in diesem Beruf  im o.g. Bereich lag. Festgehalten wurden beispielsweise Mächtigkeiten des begehrten weißen Sandes, Formen der Anlagefelder, Unfälle mit Todesfolge (der letzte Todesfall wohl an einem Heiligabend)……

Der interessant und gut  lesbar geschriebene Text, der auch mit allerlei „Dönekes“ aus dem Tagegeschäft gespickt ist, kann als kleine Lektüre nur empfohlen werden und ist als PDF-Datei nachfolgend aufzurufen. Text und alle Rechte daran liegen beim Verfasser Heinrich Langenkämper (+1975) bzw. seinen Rechtsnachfolgern. Die Ausarbeitung darf außerhalb meiner Homepage über Stemmer nur in Kurzform zitiert werden. Der Umlauf / die Verbreitung von Kopien ist nicht gestattet.

"Sandbauern" co/ von Heinrich Langenkämper, Minden, Stiftsallee 118

Übrigens: Wer in Stemmer nach Zeugen der „Sandausbeutung“ sucht, sollte sich in  den Bereich „Sandbauernweg“ oder „An den Stemmer Sandgruben“ begeben.  Zumindest ansatzweise lässt die Geländeform die Abbaubereiche erahnen.

 

Fritz Homann im Jahre 1969(+) - Bericht nach Hrck.Langenkämper:
....Wer heute durch Stemmers südöstlichen Zipfel am Bierpohl und Maulbeerkamp entlang wandert, erblickt auf Schritt und Tritt Geländevertiefungen, die nicht eben "natürlich" erscheinen. Blättert man im vorliegenden Büchlein nach, dann trifft man auf Namen wie "An den Sandgruben" und "Sandweg". Sie erinnern unmittelbar an die eingangs erwähnten Geländeeinschnitte, an Stemmers ehemaligen "Sandkuhlen"...

Um 1800 hrum enstanden im Raum Minden, Rinteln und Obernkirchen die ersten Glasfabriken. Sie benötigten dringend den zwischen Minderheide und Stemmer vorkommenden weißen, quarzhaltigen Sand. Der eben lagert zwischen der Lüchten und Bierpohl in zwei bis vier Meter starken Bänken unter ebenfalls 1,5 bis 4 m tiefen Schichten Gestein, Ton, Lehm und Mutterboden. Um den Sand abbauen zu können, wurde zunächst der Mutterboden "abgekummert" und um etwa sechs Meter zurückgebracht. Mit den Schichten zwischen Mutterboden und Sand wurden ausgebeutete Sandgruben wieder ausgefüllt und anschließend mit Mutterboden abgedeckt. Die Sandgruben waren - wie heute noch gut erkennbar - viereckig und wurden stets nebeneinanderliegend angelegt.

Nachdem der Quarzsand ausgeworfen war, wurde er auf die Sandwagen geladen. Sie waren äußerst stabil gebaut. "Einspänner" trugen bis 65 und "Zweispänner" bis 120 Zentner Sand. Die eisernen Radreifen waren einen "Zoll", d.h. = 1/12 Fuß = 2,81 cm stark, also recht "klobige Dinger".

Das Sandgraben selbst war eine schwere und gefahrvolle Arbeit. Sie wurde vor allem von Tagelöhnern, Frauen und Kindern über zwölf Jahre ausgeführt, während die Sandbauern selbst an vier bis fünf Tagen der Woche ihren Sand nach "Wittekind" in Minden, nach Hausberge, Rinteln oder Obernkirchen fuhren. 50 bis 65 Kilometer wurden an manchen Tagen zurückgelegt. Selbstverständlich war die Verpflegung für Mensch und Tier entsprechend. An der linken Seite der Wagen hingen die stets prall gefüllten Futterbeutel für die Pferde (1 Zentner Hafer in der Woche rechnete man) und der Beutel mit selbstgebackenem Schwarzbrot für die Fuhrleute. Unterwegs gab`s also Hafer und Schwarzbrot... 

In den Gruben selbst wurde nur mit Hacke und Spaten gearbeitet. Bagger und Kräne standen noch "in den Sternen". Eine ganze Anzahl Menschen ließen dabei in den Sandgruben ihr Leben, wenn sie von einstürzenden Wänden verschüttet wurden und erstickten. Manche Sandgräber sind - wie vor wenigen Jahren noch von den letzten lebenden Sandbauern erzählt wurde - wiederholt verschüttet und gerettet worden. Einige wurden zu Krüppeln. Der letzte tödliche Unfall ereignetete sich am Heiligabend 1913. Der Sandbauer Ferdinand Brink, Stiftsllee 97, wurde von herabstürzenden Erdmassen begraben und konnte nur tot geborgen werden.

Manche Sandbauern arbeiteten recht verwegen: sie trieben Stollen oder "Minen" bis auf 200 m lange Strecken in die Wände ihrer Gruben, ohne daß Sicherungsmaßnahmen (Abstützen) getroffen wurden. Dabei war das "Stollentreiben" streng verboten, aber man sparte das "Abkummern", wenn man dem Quarzsand unmittelbar zu Leibe rückte.

Den gewonnen weißen Sand unterteilte man in "Streusand" und "Hüttensand". Der Streusand - strahlend weiß und leichter als der Hüttensand - machte etwa 1/8 des gewonnenen Sandgutes aus. Er wurde in Stuben, Dielen, Stallgängen und Vorhöfen ausgestreut. Er wurde von den "Pingelern" verkauft, weil die ihr Erscheinen mit einer großen Handglocke in den Dörfern ringsum bekanntmachten und lauthals ausriefen: "Sand hebben - Sand hebben!" In "Himpten"", einem runden, dünnwandigen Holzgefäß von etwa 20 l  Fassungsvermögen (ca. 20 kg) wurde der Sand zu 30 bis 50 Pfg. verkauft, jenachdem wie weit gefahren werden mußte. Der Hüttensand indessen brachte für den Zentner (50 kg) 9 - 21 Pfg. je nach Anfahrtsweg ein. Der letzte "Pingeler" Hermann Scheidemann verstarb hochbetagt 1959.

Aus dem "Hannöversken", von "achtern Berge" und aus dem "Schommasken" (Schaumburg-Lippischen) kamen allerdings auch Kunden nach hier, um Streusand zu kaufen. Man nannte sie die "Wilden". Es gab ein buntes Bild an Trachten, Fahrzeugen und Mundarten, wenn sie bei unseren Sandbauern einkauften.  Da sie meistens "Stammkunden" waren, wurde dann meistens aufgedeckt, daß "sich die Tische bogen". Die "Wilden" ließen sich den Tag auch an Flüssigkeiten allerlei kosten. Sie hatten ja den Fuhrlohn durch ihre "Selbstbedienung" gespart...

Über ein Jahrhundert wurde in Stemmer und Umgebung  der Sand abgebaut, als aber die Hütten billigeren Sand mit der Eisenbahn bekommen konnten,  ging der Sandhandel zugrunde. 1924 etwa verkauften Fritz Spieß und "Ferdinand" Brink die letzten Fuhren für 24,5 Pfg. zur Glasfabrik nach Porta. Wintertags übrigens belieferten die Sandbauern die Mindener Bierbrauereien mit Eis. Von der "Spandau" bis zur letzten  ehemaligen "Rötekuhle" wurden dann alle Teiche "abgeeist".

Aus unserem Dorfe waren vor allem als "Sandbauern" Wiese 59 (Schanks Bur/ im Sandloch verunglückte Ferdinand W. tödlich), Weber 40 (Alwes Chrüst Bur oder Dei grote Alwes), Eitemüller 33 ("Händlers Ferdinand"), Witthus 55, Klenke 98, Schmidt 90 (Feldschmidt), Lachtrup 29 (Schemmes Bur), Riensch (Schauster) 62, Hoppmann 58 (Dei witte Hoppmann), Kruse (Stoaß), Weber 84 (Friedken Bur), Viermann (Dei ole Unkel) 83, Weber 42 ( Windhörsters) bekannt. Auf Stemmers Gebiet beuteten zudem Böhnen Louis (Minderheide) und Gleitzen Fritz (Sandtrift 45) Sand aus. Ihnen gehörten große Gruben südöstlich des Bierpohls..........
 

Die Darstellungen auf dieser Homepage erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen nur dazu anregen, daß man selbst evtl. über "ALTES" nachdenkt und bestimmte Unterlagen nicht vernichtet sondern der Öffentlichkeit überläßt. In jeder Gemeinde / in jedem Dorf gibt es Mitmenschen, die neue Daten gerne verarbeiten würden. In Stemmer werden sich Ansprechpartner bei allen örtlichen Vereinen finden lassen, die sich im Übrigen in einer"Kulturgemeinschaft" zusammengeschlossen haben.

Es gibt natürlich noch mehr "Geschichte" zu berichten. Zum Beispiel über "Bahnhof". Aus derzeitigen Platzgründen wird dies später nachzuholen sein. Wenn Sie, verehrte Leserinnen und Leser, Anregungen und  Ergänzungen haben: Melden Sie sich !
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